Rezepte

Das Zubereiten des Gebräus selbst ist ein Aufgabe die allein viel Zeit, Geduld und Sorgsamheit in Anspruch nimmt. Für die, die nichtsdestotrotz überlegen Ayahuasca zu brauen, haben wir hier ein paar Möglichkeiten zur Zubereitung aufgelistet um einen Eindruck zu geben, was es alles nach sich zieht dieses Getränk herzustellen. Die benötigten Zutaten können einfach online, z.B. bei Azarius erworben werden.

NATEMA REZEPT DER SHUAR

Die Shuar Schamanen (uwishin) spalten ein 1-2 Meter langes Stück Banisteriopsis caapi-Rinde in kleine Streifen. Sie geben diese zusammen mit einigen Litern Wasser in einen Topf. Dann fügen sie die Blätter der Diplopterys cabrerana, einer Herrania-Sorte, Ilex guayusa, Heliconia stricta, und das unidentifizierte Malpighiaceae, das bekannt ist als mukuyasku hinzu. Die daraus entstehende Mixtur wird gekocht bis der Grossteil des Wassers verdampft ist und eine sirupartige Flüssigkeit übrig bleibt. Die Kamsá, Inga und Secoya haben vergleichbare Zubereitungsarten.

B. CAAPI & M. HOSTILIS-REZEPT – VON EINEM ANONYMEN MITGLIED DES EROWID-FORUMS

Die Verwendung von Banisteriopsis caapi in diesem Rezept basiert auf der Annahme, dass a) ein Gebräu aus B. caapi und (meistens) P. viridis das traditionelle süd-amerikanische Gebräu ist b) vorallem Caapi wichtig ist, nachdem traditionell Caapi selbst als Ayahuasca bezeichnet wird , wobei DMT-enthaltende Pflanzen lediglich Hilfsmittel sind, und c) dass Caapi und die Wirkung die es hervorruft weicher, sicherer und “weiser” ist als die von Peganum harmala (syrian rue). B. caapi ist vorsehbarer und kontrollierbarer bzw. eine vertrauenswürdiger und erfahrener Lehrer.

Nachdem Du dich über Deine Intentionen im Klaren bist, Nachforschung getan hast und der verlangten Diät gefolgt bist, sammle dann:

  • 50 Gramm Banisteriopsis caapi (die ganze Liaane, nicht gemahlen oder in Puderform)
  • 12 Gramm Mimosa hostilis Wurzelrinde (ebenso nicht gemahlen oder in Puderform) [Siehe Fussnote 1]
  • Weisser Essig
  • Destilliertes Wasser
  • 4 rostfreie Stahlpfannen oder –töpfe [Siehe Fussnote 2]

Schritte

  1. Wickel das Caapi in ein Handduch oder Geschirrtuch und schlage mit dem Hammer bis es zermahlen ist. Zermahle die Mimosa mit einer Kaffemühle oder Mörser.
  2. Gib die Mimosa, einen Teelöffel Essig und ungefähr ein Liter Wasser in eine Pfanne.
  3. Gib das Caapi und eine vergleichbare Menge Wasser und Essig in eine andere Pfanne.
  4. Lass es 2-3 Stunden köcheln bzw. bis der Wasserspiegel niedrig wird. Vermeide kochen – es muss gerade warm genug sein, dass keine grossen Blasen aufsteigen. Sprich gegenüber dem Gebräu Deine Intentionen aus während es gebraut wird. Höhre den Geräuschen zu, die es macht. Lass es nicht ohne Aufsicht zurück. Schalte den Ofen aus, wenn du etwas anderes tust.
  5. Während Du die Mimosa und das Caapi getrennt hältst, giesse beide ab durch ein Tuch (z.B. ein T-Shirt) bis die Flüssigkeit klar wird, wahrscheinlich 4-5 Mal (Eine sehr gute Methode zum einfachen Abgiessen ist ein T-Shirt, das auf einem Topf festgeklebt wird, sodass Du beide Hände frei hast zum Giessen. Das T-Shirt wird schnell verstopft sein, deswegen solltest Du vor jedem neuen Giessvorgang einen anderen Teil des T-Shirts verwenden). Gib den Mimosatee in einen Topf für Mimosa, das Caapi in einen für Caapi und koch beides ein. Bring es nicht ganz zum Kochen.
  6. Wiederhole die Schritte 2-5 drei Mal, wobei Mimosa und Caapi getrennt bleiben. Das Pflanzenmaterial muss insgesamt 3 Mal mit neuem Wasser und Essig gekocht werden; Der gebraute/abgegossene Tee wird wird getrennt bewahrt und bei niedriger Temperatur eingekocht, während Du den zweiten und dritten Aufguss machst. Diese Methode verlangt 4 Pfannen/Töpfe es sei denn du breitest es über mehrere Nächte aus.
  7. Du hast nun einen Topf mit drei eingekochten Mimosa-Aufgüssen und auch einen Topf mit dem selben aus Caapi. Die Portion darf nicht kleiner sein als eine halbe Teetasse und nicht mehr als eine ganze (Weniger konzentrierte Gebräue schmecken besser, davon brauchst Du dann aber auch mehr). Stell es über Nacht in den Kühlschrank.
  8. Hole am nächsten Tag die Mimosa vorsichtig aus dem Kühlschrank. Giesse die Flüssigkeit durch ein T-Shirt ab und vermeide dabei das zerstören des Sediments (den Schlamm am Boden des Topfes. Du brauchst ihn nicht, aber füge ihn NICHT zum eingekochten Caapitee hinzu). Wenn Du gut abgegossen hast, dann muss der Tee sehr hell sein. Er muss heller sein wenn Du ihn erhitzt und eine violette Farbe bekommen so etwa wie Rotwein.
  9. Wenn Du das getan hast, kannst Du entscheiden ob Du Mimosa- und Caapitee zugleich oder den Mimosa nach dem Caapi trinken willst. Schüttel/Rühre den Caapi um dafür zu sorgen, dass eventuelles Sediment im Tee ist und nicht auf dem Bodem bleibt. Erhitze den Tee und trinke ihn wenn er noch warm ist.

Es wird empfohlen, dass für jeden 2 Portionen gebraut werden. Wenn Du den Tee nicht behalten kannst und Dich frühzeitig übergeben musst, hast Du noch eine zweite Portion.
Sei Dankbar für die Erfahrung, ganz unabhängig davon wie sie verlauft. Es sind auf jeden Fall Lehren, die Dir erteilt werden, ob Du jetzt einen “guten” oder einen “schlechten” Trip hast.

Dieses Rezept ist ein Bisschen schwieriger als manch andere, die Syrian Rue verwenden, aber die echte Liane anstatt der Syrian Rue zu verwenden ist eine echte Schwierigkeit. Es ist ausserdem ein Stückchen teurer, aber dennoch sein Geld wert, sogar mit B. caapi kostet eine Portion weniger als viele andere Halluzinogene.

  • Anmerkung 1 – 50 Gramm P. viridis Blätter können statt der Mimosa verwendet werden. Wenn Du das machst, solltest Du die drei kombinierten P. viridis-Abgüsse bis zum nächsten Tag im Kühschrank aufbewahren und nicht gleich einkochen.
  • Anmerkung 2 – Sorge dafür, dass die Töpfe/Pfannen aus Stahl sind – kein Aluminium und ABSOLUT kein Teflon. Nachdem Du Schritt fünf abgeschlossen hast, kannst Du, wenn Du keine 4 Töpfe hast alles in den selben geben. Das Caapi und die Mimosa können während des Brau- und Einkochprozesses miteinander kombiniert werden. Wenn Du es so machst, musst Du das Brauverfahren über mehr als eine Nacht ausbreiten. Das Einkochen muss passieren nachdem die Sedimente über Nacht im Kühlschrank gesunken sind (so wie in Schritt acht). Du kannst die Mimosa einkochen und dann die Sedimente abgiessen, nachdem es im Kühlschrank war, ohne, dass es die Qualität des Tees beeinträchtigt. Das kannst Du allerdings nicht mit Caapi machen.
  • Anmerkung 3 – Laut Kommentaren unserer Leser sollte man NICHT Wein- oder Pflaumenessig verwenden. Wir glauben, dass es mit Tyrosin zusammenhängt, das zu Problemen führen kann. Wir haben Weinessig für unseren Tee verwendet und bekamen grosse Probleme mit dem Magen.

 

EIN ANDERES REZEPT

Dieses Rezept zirkuliert im Internet herum und entstand wahrscheinlich aus den Rezepten, die im Norden Perus und Ecuador verwendet werden.

  • 50 Gramm frische B. caapi Rebe pro Person.
  • 85 Gramm frische P. viridis Blätter pro Person.
  1. Die Ayahuasca-Rebe wird gänzlich zermalmt und wechselweise zwischen Schichten von P. viridis Blättern in einem Stein/Tontopf platziert und mit Wasser bedeckt.
  2. Das Gebräu wird vorsichtig 4 Stunden lang gekocht.
  3. Die Flüssigkeit wird abgegossen und gesammelt.
  4. Man verwendet das selbe Pflanzenmaterial nochmal und der Topf wird mit frischem Wasser gefüllt bzw. das ganze wieder 4 Stunden lang vorsichtig gekocht.
  5. Wieder wird die Flüssigkeit abgegossen und gesammelt.
  6. Das Pflanzenmaterial ist nun nicht mehr zu gebrauchen.
  7. Beide Teile Flüssigkeit werden zusammen vorsichtig gekocht um das Ayahuasca zu konzentrieren.
  8. Während der Verdampfung und Konzentrierung, sollte man Acht geben, damit das Ayahuasca nicht zu energisch gekocht wird und dadurch die Wirkstoffe geschwächt werden oder es zu einer Karamelisierung des enthaltenen Zuckers kommt, was ein dickflüssiges Gebräu verursacht.

 

 

pan
Rebe und Blätter fertig zum Kochen